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Aktualisiert am 14.01.08

Wasserlogik

Den Denkfluss erkunden und modifizieren

(Eine Methode für Coaching und Beratung -
nach Prof. Edward de Bono`s „WATERLOGIC“)


Die Arbeit mit der Denkfluss-Karte (Flowscape) ist eine Anwendung der Prinzipien des Parallelen Denkens und der Wasserlogik.
Prof. de Bono kombiniert in dieser Technik auf ökonomische Weise die Vorteile des vertikalen und des lateralen Denkens in den beiden Phasen des Prozesses:

1.) Erstellen und Analyse der Denkfluss-Karte
2.) Denkfluss-Interventionen. 

Wir werden beide Phasen im Folgenden kurz vorstellen:

1. ERSTELLUNG UND ANALYSE DER DENKFLUSS-KARTE

In der ersten Phase, dem Anlegen der Denkfluss-Karte, wird das vertikale Denken verwendet. De Bono vergleicht das vertikale Denken mit dem natürlichen Fließen des Wassers in einer Landschaft: Wie das Wasser Abhänge herunterfließt, sich in Vertiefungen sammelt und durch ein Flussbett begrenzt wird, so strömt das vertikale Denken in Bahnen größter Wahrscheinlichkeit. Es vergrößert durch sein Fließen die Wahrscheinlichkeit der Benutzung dieser Bahnen für die Zukunft.

Das Anlegen einer Denkfluss-Karte beginnt deshalb mit der Erstellung der Basisliste: wir machen ein CAF mit den relevanten Konzepten unseres Gedankenstroms zu einem ausgewählten Thema: Statements, Werte, Überlegungen zu dem gewählten Thema, Projekt oder Problem werden gesammelt, niedergeschrieben und durchlaufend mit den Buchstaben des Alphabets gekennzeichnet. Dann wird für jedes Item die stärkste Verbindung zu einem der anderen Items mit einem Pfeil markiert (z.B..“A -> C“).

Die Gesamtheit der Verbindungen wird in einer Denkfluss-Karte wie der folgenden zusammengefasst:

 

Die Denkfluss-Karte stellt visuell die Systemik  der momentanen Wahrnehmung dar. Es entstehen Ketten, Sammelpunke und Schleifen.
Die Prüfung des Denkflusses lenkt die Aufmerksamkeit auf wichtige Teile unserer alltäglichen, automatischen Wahrnehmung. Die Hauptfrage lautet: „Was entsteht? Wohin führt uns das?“
Veränderungen im Denkfluss verändern die biochemische Balance unseres Gehirn und dadurch die Emotionen – Veränderungen in der Emotion verändern die biochemische Balance und damit die Flowmuster.
Wenn der momentan aktivierte Zustand (Emotion) ermüdet, folgt eine neue Kombination (Pattern, Muster):
Unter den Bedingungen „X“ folgt Zustand B auf Zustand A.
Unter den Bedingungen „Y“ folgt Zustand C auf Zustand A. 

2. INTERVENTIONEN IN DER DENKFLUSS-KARTE

In der zweiten Phase (Interventionen) nutzen wir das laterale Denken: es befasst sich  mit Unterbrechung und Erweiterung der gewohnten Fluss-Muster, also mit Bahnungen geringer Wahrscheinlichkeit, die vorsätzlich gelegt werden. Um im Fluss-Bild zu bleiben:

Die alten Kanäle werden eingedämmt, so dass das Wasser herausfließen und neue und bessere Flussbahnen finden kann.

Neue Kanäle werden vorsätzlich eingefügt, um den Flusslauf zu verändern.

Manchmal wird das Wasser auch gegen die Schwerkraft  nach oben gesaugt und kann auf einmal frei fließen Dieser Augenblick ist das Ziel des lateralen Denkens: Ein altes Muster wird z.B. durch eine provokative Idee unterbrochen /verlassen und neue Ansatzpunkte werden ins Spiel gebracht - ein wenig wahrscheinlicher Gedankengang führt zu einer wirkungsvollen neuen Idee und erhält eine hohe Wahrscheinlichkeit für den weiteren Gedankenfluss.

Wie ein Straßenbauer das Gelände studiert, um zu erkennen, wo man eine Straße bauen kann, so können wir die Denkfluss-Karte prüfen, um zu sehen, was wir tun können: 

  • Wir können einen Input nach dem anderen in den FLOWSCAPE hineingeben und sehen, wohin dies führt.
  • Neue Ressourcen an den Beginn einer Kette ankern
  • Verbindungen stärken, indem wir eine stabile Schleife durch eine andere ersetzen. Diese Intervention beeinflusst, wie wir die Situation (die äußere Welt) und die Auswahl unseres Ansatzes sehen (innere Welt).
  • Wir können die Emotionen einer Schleife zu einem anderen Zweck verwenden.
  • Wir  können einen neuen Punkt einsetzen.
  • Eine Verbindung kann blockiert oder geschwächt werden.
  • Wir können die Denkfluss-Karte in mehrere aufspalten oder in einen einzigen integrieren (um einen Gegensatz aufzulösen).
  • In der Flusslogik gibt es keine Widersprüche, deshalb können wir ein neues Konzept einfügen, während das alte gleichzeitig noch erhalten bleibt.
  • Zwei getrennte Standpunkte können wir zu einem verbinden.
  • An einzelnen Punkten / Schleifen können wir die Wirkungen abschwächen.
  • Wir machen einen kleineren, unwichtigen Punkt zu einem wichtigen Sammelpunkt und beobachten die Auswirkungen.
  • Wir machen die Punkte einer Schleife zu peripheren Punkten.
  • Werte, und Emotionen im Verlauf des Denkflusses identifizieren und experimentell verändern.
  • Wir können den ursprünglichen allgemeinen Rahmen / Kontext durch einen anderen ersetzen. Wir gehen noch einmal durch den Denkfluss und mit dem neuen Kontext machen wir die Flow-Verbindungen.
  • Vielleicht ist es nützlich, danach mit einer neuen BASISLISTE und neuen Punkten zu starten, denn die Auswahl der Punkte wird durch den veränderten Kontext beeinflusst.
  • Machen Sie probeweise eine Kontext-Veränderung nur an einem bestimmten Punkt der Denkfluss-Karte: Gibt es einen Kontext, in dem z.B. P eher zu C als zu N fließt?
  • Wir können (wie in jedem wissenschaftlichen Experiment) den Kontext konstant halten, während wir die experimentelle Variable verändern: wohin führt das?
  • Wir können eine PROVOKATION einführen, um ihren Wirkung auf den Denkfluss zu untersuchen. Dann suchen wir nach Möglichkeiten, um die Provokation in die Realität umzusetzen.
  • Wir können einen neuen FLOWSCAPE anlegen für die Frage
     „was wäre, wenn...?“, für durchgeführte oder beabsichtigte Handlungen.
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